Rucksack Stoff – Rucksack Gewebe

Bei der Herstellung von Rucksäcken, Koffern und Reisetaschen kommen eine Reihe unterschiedlicher Materialien zum Einsatz.
Neben harten Plastikteilen für Kantenschutz und Formgebung, weicheren Schaumstoffteilen für Polsterung und Dämmung und weiteren Materialien für Gurte und Verschlüsse ist es vor allem die Rucksackhülle, die für wichtige Eigenschaften des Rucksacks ausschlaggebend ist.

 

Bei eine Vielzahl von Rucksäcken, die in erster Linie als Modeaccessoire dienen, kommt dafür Kunstleder oder Echtleder zum Einsatz.
Für die große Masse an Rucksäcken, die ihren Zweck in echten Outdoor-Einsätzen erfüllen müssen, besteht die Rucksackhülle jedoch aus einem mehrschichtigen robusten Gewebe.

 

Rucksack-Modelle für verschiedene Verwendungszwecke:

Was hat es mit den Bezeichnungen der Rucksack Gewebe auf sich?

Für den verwendeten Rucksack Stoff bzw. das Rucksack Gewebe findet man oft Bezeichnungen, wie Nylon 450D oder Ripstop 210.
Die Zahl in dieser Bezeichnung ist ein Maß für die Dicke bzw. die Feinheit des im Stoff verwebten Fadens.
Weil ein Faden oft aus mehr oder weniger vielen Fasern besteht und wegen seiner „Weichheit“ die Fadendicke schlecht zu messen ist, verwendet man ersatzweise zum leichteren Vergleich das Gewicht eines jeweils gleich langen Fadens.

 

Die mit dem Buchstaben d oder D (z.T. auch weggelassen) gekennzeichnete Maßeinheit ist das Denier.
Ein Denier ist das in Gramm angegebene Gewicht eines exakt 9 km langen Fadens.
Ein höherer Wert für die Feinheit heißt also, der Faden, wie auch das Gewebe sind schwerer, dicker und dadurch haltbarer. 210d ist demnach deutlich feineres und dünneres Gewebe, als 450D.

 

Was bedeutet der Begriff Ripstop-Gewebe

Die Gewebebezeichnung Ripstop (deutsch: Reißstop) weist darauf hin, dass mittels einer speziellen Webtechnik bei diesem Stoff dem Weiter-Einreißen ein wesentlich erhöhter Widerstand entgegen gesetzt wird.
Erreicht wird das, indem im Gewebe in festem Raster Einzelfäden mit höherem Denier-Wert eingewebt werden.
Das Ergebnis ist eine höhere Reißfestigkeit. Deshalb kommen bei hochwertigen Rucksäcken Ripstop-Gewebe zur Anwendung.

 

Doch nicht nur die Fadenstärke und die Webart haben Einfluss auf die Stoffqualität. Ganz entscheidend ist das Material der verwendeten Faser.
Zu Ripstop-Geweben werden wegen der hohen Widerstandsfähigkeit und Alterungsbeständigkeit vor allem Fasern aus Polyamid, auch unter den Bezeichnungen Nylon oder Perlon bekannt, verwebt.

 

Weitere Materialien, die zur Herstellung von Ripstop-Gewebe verwendet werden sind Polyester-, Polypropylen und Aramid-Fasern.
Im Vergleich zu Nylonfasern kommt es bei Polyester im Tageslicht auf längere Zeit zur Minderung der Faserqualität durch Alterungsprozesse.
Polypropylengewebe haben geringere Festigkeit und Verschleißen schneller. Aramidgewebe zeichnen sich durch hohe Zähigkeit, Verschleißfestigkeit und Temperaturbeständigkeit aus.